Berlin ist seit jeher ein wahres Eldorado zum Shoppen. Dies war schon zu Zeiten, als die Berliner Mauer die Stadt in zwei Hälften teilte, so gewesen. Zu jener Zeit galt Berlin als eine Art Prestigeobjekt der westdeutschen Politik. Es wurde selten die Frage nach der Rentabilität gestellt, wenn es um Investitionen in die geteilte Großstadt im Herzen der DDR ging. Diese Mentalität herrscht bei so manchen Lokalpolitiker noch heute vor und ist auch eine Erklärung dafür, warum die Stadt ständig finanzielle Probleme hat. Zu jener Zeit galt der Kurfürstendamm als die Prachtallee schlechthin und auch das KaDeWe zog die Menschen in den Bann. Es sollte stets alles im Überfluss vorhanden sein, um auch ein Zeichen gegen den sozialistischen Erzfeind zu setzen. Im Jahre 2019 hat sich das Bild etwas verändert, doch Berlin steht nach wie vor für mondäne Shopping-Erlebnisse der Superlative.

Der Kurfürstendamm kommt wieder

Bis zur Wende galt der Ku‘damm als eine der luxuriösesten Straßen Europas. Hier gab es alles zu kaufen was gut, edel und teuer war. Fast alle internationalen Designer-Label hatten hier eine Filiale. Es galt dem sozialistischen Osten zu zeigen, warum der Westen so viel besser ist. Auf der anderen Seite der Stadt trieb die ostdeutsche Regierung ein ähnliches Spiel und ließ die Straße „Unter den Linden“ zu einer Prachtmeile umbauen.

Für die Kaufleute des westdeutschen Teils war die politische Situation kein Nachteil. Sie konnten sich auf Unterstützung von oben verlassen, um etwaige unternehmerische Risiken zu minimieren. Nach der Wende ging es mit dem Kurfürstendamm bergab, die Luxushändler verließen ihn und siedelten sich im Osten der Stadt neu an. Der Osten galt als das neue Eldorado. Hier wurde investiert, hier wollte auf einmal jeder hin. Der Kurfürstendamm entwickelte sich vom Prachtboulevard zum Straßenstrich. Dies war der absolute Tiefpunkt, doch dieser ist durchschritten und seit ein paar Jahren geht es wieder konstant nach oben. Die günstigen Kredite und der damit verbundene Run auf Sachwerte wie Immobilien beschleunigten diesen Prozess. Heute steht der Kurfürstendamm so gut da wie zu besten Zeiten. Die Edelboutiquen reihen sich aneinander und die Besucher aus aller Welt kaufen begeistert ein.

Junge Designer siedeln sich an

Wer an Mode denkt, dem kommt vermutlich zuallererst London, Mailand oder Paris in den Sinn. Doch eine Stadt hat über die letzten Jahre kontinuierlich aufgeschlossen, die Rede ist natürlich von Berlin. Kaum eine andere Stadt bietet jungen Künstlern ein solches Umfeld wie die Stadt an der Spree. Die Kosten sind niedrig und die Kreativität ist riesig. Dies führt zu einer Vielzahl junger Labels die sich in Berlin niederlassen, um von dort ihre Mode in die Welt zu tragen. Hier können Shopping-Begeisterte echte Einzelstücke zu akzeptablen Preisen bekommen. Mode-Shows und Vernissagen finden jede Woche statt. Die Nähe zwischen den Modeschöpfern und ihrer Kundschaft ist nirgendwo intensiver als hier in Berlin. Besser shoppen kann man kaum.